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Sie machen die höchste Anzahl an Schiffen auf dem Kanal aus - die Containerschiffe. Dank der Container können Güter viel besser transportiert werden. Der Erfinder dieser „Blechbüchsen“ war ein Amerikaner.

Hier lesen Sie die ganze Geschichte dazu. Mehr

Wer erfand die Container?

 
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Der Nord-Ostsee-Kanal: Die Schnellstraße quer durch Schleswig-Holstein   

Ein Text von Stefan Fuhr

Es war eine lange und flammende Rede, die Helmuth Graf von Moltke 1873 vor dem Deutschen Reichstag in Berlin hielt. Das Thema: Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Generalfeldmarschall Moltke war ein erbitterter Gegner dieses Vorhabens. Und er konnte den Reichstag zunächst überzeugen, den Antrag, eine künstliche Wasserstraße quer durch

musste, führte der Eiderkanal weiter über den natürlichen Flusslauf der Eider nach Tönning und dann in die Nordsee.

Am 18. Oktober 1784 war die Einweihung. Fast 976 Jahre nachdem die Wikinger nach Haithabu (eine der größten und blühende Handelsstadt) bei Schleswig an die Schlei gekommen waren und ihre Schiffe mit Hilfe von Baumstämmen etwa 16 Kilometer weit zur Treene über das Land zogen, wurde der große Traum Wirklichkeit: Der erste Wasserweg von der Ostsee zur Nordsee war gebaut. 180,6 Kilometer war der Eiderkanal lang (von Kiel nach Tönning). Zunächst wurde der Kanal nur für nationale Schiffe freigegeben, ein Jahr später auch für internationale.

Die Schiffe wurden durch ziehende Pferde fortbewegt, die auf den so genannten Treidelpfaden auf beiden Seiten entlang des Kanals langsam trabten.

Die Schifffahrt war aber trotzdem noch nicht zufrieden. Denn die Passage quer durch Schleswig-Holstein dauerte drei oder vier Tage. Später brauchten Dampfschiffe etwa 15 Stunden. Und dann kam das unberechenbare Wattenmeer der Nordsee. Trotzdem befuhren 1802 fast 3700 Schiffe den Eiderkanal. Bis heute gut erhalten ist noch der etwa sechs Kilometer lange alte Eiderkanalabschnitt bei der Schleusenanlage in Kluvensiek mit seinen Portalen der ehemaligen Zugbrücke des Schleusenwärterhäuschens, die ehemalige Auswechselstelle und die Pferdewechselstelle. Hier wurde auch eine alte Schleuse restauriert.

Fotos: Stefan Fuhr

Schleswig-Holstein zu bauen, abzulehnen. Aber das war trotzdem nicht das Ende unseres Kanals.

Denn eigentlich gab es schon lange einen Kanal durch Schleswig-Holstein, der die Nord- und Ostsee miteinander verband: den Eiderkanal, der als erster wirklicher Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals gilt. Er führte von Kiel-Holtenau nach Rendsburg. Der Anstoß kam aus Kopenhagen vom dänischen König Christian VII. Er hatte die Planung eines Kanals unter Ausnutzung verschiedener Seen 1773 bei Generalmajor Wegener in Auftrag gegeben.

Bislang mussten die Schiffe immer um den Skagen, der nördlichsten Spitze Dänemarks, fahren. Doch der Weg die Küste entlang ist etwa 250 Seemeilen (eine Seemeile entspricht 1852 Meter) länger und häufig recht stürmisch. Viele Schiffe gingen dort verloren. Eine zwischen 1858 und 1887 entstandene Karte kennzeichnet jeweils mit einem Punkt alle untergegangenen Schiffe. Die über 2000 Punkte gaben ihr den Namen Kaviarkarte. Außerdem dauerte die Fahrt erheblich länger und damals war man nicht in der Lage, verderbliche Ware über einen längeren Zeitraum zu konservieren.

1777 begannen die durchaus schwierigen Arbeiten für den Eiderkanal, der damals noch Schleswig-Holstein-Kanal genannt wurde. Erst 1853, nach dem Sturz der Schleswig-Holsteinischen Erhebung durch das dänische Militär, ordnete die dänische Regierung an, den Kanal in Eiderkanal umzubenennen.

Die bis dahin größte zivile Baustelle des europäischen Kontinents verschlang 2,5 Millionen Reichstaler. Über 3000 Arbeiter schufteten nur mit Hacke, Spaten, Schaufel, Schubkarren und Pferdegespann, um das Kanalbett auszuheben. Es grassierte das Sumpffieber, das mehr als die Hälfte der Arbeiter nicht überlebten. Sechs Schleusen (Holtenau, Knoop, Rathmannsdorf, Königsförde, Kluvensiek und Rendsburg) mussten gebaut werden, denn nur so konnte auf der Länge von 43 Kilometern ein Höhenunterschied von sieben Metern ausgeglichen werden. Die alten Schleusen, natürlich nicht mehr im Betrieb, stehen zum Teil heute noch. Ab der Rendsburger Schleuse, die einen Höhenunterschied von 1,4 Meter bei Flut und 2,1 Meter bei Ebbe ausgleichen