Schon gewusst?

Wer erfand die Kreuzfahrten?




Sie boomen wie nie zuvor – die Kreuzfahrten. Reedereien lassen immer größere Kreuzfahrtschiffe bauen. Es gibt schon Schiffe, auf die 6500 Gäste passen. Doch wer gilt eigentlich als Erfinder der Kreuzfahrten? Es ist – wie könnte es anders sein – ein Norddeutscher. Und zwar der Hamburger Albert Ballin (geb. 15. August 1857 – gest. 9. November 1918 in Hamburg). Lesen Sie hier seine Geschichte in Kurzform.

„Albert Ballin 1891, von C.W. Allers“ von Christian Wilhelm Allers - Buch "Backschisch" von C.W.Allers über die erste Kreuzfahrt, 1891 (auch Neuauflage 2008). Foto: Wikipedia

„Albert Ballin 1891, von C.W. Allers“ von Christian Wilhelm Allers – Buch „Backschisch“ von C.W.Allers über die erste Kreuzfahrt, 1891 (auch Neuauflage 2008). Foto: Wikipedia

Ballins Eltern waren von Dänemark eingewandert. Sein Vater Samuel Ballin gründete die Auswanderagentur „Morris & Co“, die Auswanderungswilligen Schiffspassagen nach England und weiter nach Nordamerika vermittelte. Nach dem Tod des Vaters musste Albert Ballin als 17jähriger ins Geschäft einsteigen.

1881 wurden 17 Prozent aller Auswanderungen in die USA über Morris & Co abgewickelt. Zur verbesserten Auslastung der Schiffe im Winter fing er 1891 an, Kreuzfahrten zu veranstalten. Als erstes Schiff sandte Ballin die „Augusta Victoria“ zu einer „Bildungs- und Vergnügungsfahrt“ ins Mittelmeer. Das Schiff war komplett ausgebucht und Fahrt somit ein großer Erfolg. Ballin gilt damit als „Erfinder“ der modernen Kreuzfahrt, andere Reedereien kopierten seine Kreuzfahrten. Ab 1899 war er Generaldirektor der HAPAG und machte aus dem Unternehmen die größte Schifffahrtslinie der Welt. Heute noch genießen Gäste auf Kreuzfahrtschiffen zwei „Erfindungen“ von Ballin: Das Galadinner an Bord und die Bordzeitung.

Albert Ballin. Foto: Wikipedia

Albert Ballin. Foto: Wikipedia

Für die Emigranten, die mit den Schiffen der damaligen HAPAG befördert wurden, schuf Albert Ballin auf gut 55.000 m² auf der Veddel außerhalb Hamburgs die „Auswandererhallen“. In rund 30 Einzelgebäuden ließ er Schlaf- und Wohnpavillons, Speisehallen, Bäder, einen Musikpavillon, eine Kirche und eine Synagoge sowie insbesondere Räume für ärztliche Untersuchungen errichten. Zweck dieser kleinen Stadt war es, den Emigranten, die auf ihre Überfahrt warteten, einen sicheren Ort zur Verfügung stellen.

Durch die strengen medizinischen Kontrollen konnten Rückweisungen der Einwanderungsbehörden weitgehend vermieden werden. Die Quote betrug etwa drei Prozent. Der Aufenthalt, die Unterkunft und Verpflegung waren im Preis der Passagiertickets enthalten.

Das Grab von Albert Ballin auf dem Friedhof in Hamburg Ohlsdorf. Foto: Stefan Fuhr

Das Grab von Albert Ballin auf dem Friedhof in Hamburg Ohlsdorf. Foto: Stefan Fuhr

Der Erste Weltkrieg zerstörte sein Lebenswerk. Fast alle Kreuzfahrtschiffe gingen verloren. Am 9. November 1918, zwei Tage vor Ende des Krieges, beging Ballin Selbstmord. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.

Einige der 1963 abgerissenen „Auswandererhallen“ wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut und als Museumsstadt Ballin Stadt am 5. Juli 2007 eröffnet.

Nach Albert Ballin wurde in Hamburg der Ballindamm benannt und die Ballinstadt als Museumsstadt.

Quelle: www.wikipedia.de