Schon gewusst?

Wozu ein Bugstrahlruder?

An vielen vorbeilaufenden Frachtschiffen – an Passagierschiffen sowieso – ist im Bugbereich ein auf den Rumpf gemaltes Propellersymbol zu erkennen. Es ist der Hinweis darauf, dass das Schiff mit einem so genannten Bugstrahlruder ausgerüstet ist. Dieses ist eine Ruderanlage in der Nähe des Schiffsbugs unterhalb der Wasserlinie zum besseren Manövrieren, so z.B. auch zum Verringern des Wendekreises beim Drehen des Schiffes in eine andere Fahrtrichtung.

Das Bugstrahlruder ist ein rohrförmiger Durchgang durch die gesamte Schiffsbreite. Quer eingesetzt in dieses Rohr ist eine Propelleranlage, die es ermöglicht den Bug des Schiffes nach Backbord oder Steuerbord zu bewegen. Es geschieht durch Änderung der Drehrichtung des Propellers oder durch Verstellen der Propellerflügel (Verstellpropeller). Das Bugstrahlruder wirkt nur bis zu einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 5 Knoten (etwa 9 km/h), denn dann reißt die Querwirkung der Anlage bedingt durch die entstandene Strömung entlang des Schiffsrumpfes ab.

Neuere Frachtschiffe verfügen auch über Heckstrahlruder – auch auf den Rumpf gezeichnet – die in gleichmäßigem Zusammenwirken mit dem Bugstrahler seitliche Bewegungen eines Schiffes ermöglichen, z.B. beim An- oder Ablegen an oder vom Quai. Bei günstigen Witterungsbedingungen können auch größere Schiffe so auf Schlepperhilfe verzichten.

            Ernst Maasch