Schon gewusst?

Was sind Dalben?

Das Kreuzfahrtschiff Balmoral in der Weiche Sülz. Foto: Ernst Maasch




Der Begriff Dalben entstammt dem niederländischen Sprachraum. Es ist ein Holzpfahl oder ein Bündel von Holzpfählen – Duckdalben –  die z.B. in den Hafenboden oder wie hier in den Kanalboden gerammt wurden, um daran Schiffe festmachen zu können oder sie daran entlang zu leiten,  wie in den sogenannten Leitwerken zu den Schleusenkammern.

Dalben in der Weiche Schülp im Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Stefan Fuhr

Dalben in der Weiche Schülp im Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Stefan Fuhr

Neue Dalben  ragen da nun aus dem Wasser, sie sind aus Stahl gefertigt. Es hat mächtig geknallt am Ufer des NOK. Eine 47m hohe Ramme donnert auf ein 24 m langes Stahlrohr. Der Nord-Ostsee-Kanal wird aufgerüstet. Nach einer Phase der Erprobung werden die alten Holzdalben durch diese modernen Stahldalben ersetzt. Die Holzdalben hatten eine Lebensdauer von maximal 15 Jahren, denn die hiesigen starken Witterungseinflüsse  und der Schiffsbohrwurm setzten dem Material immer wieder massiv zu, ließen es schnell morsch werden.

In seinen 12 Weichen ist der Kanal so breit, dass sich alle Schiffe begegnen und/oder auch überholen können. Weil sie jedoch näher ans Ufer müssen, verhindern die Dalben, dass sie in die Böschung laufen könnten. Bisher bildeten 16 Pfähle einen Duckdalben, jetzt ist es nur noch ein Stahlrohr, das auch erheblich elastischer ist. Viele Frachtschiffe sind länger geworden . Die größte Länge eines Containerschiffes liegt bei 205 m!! Deshalb hat man den Abstand zwischen 2 Dalben von 25 m auf 33 m erweitert. Die Zahl der Dalben in einer Weiche verringert sich dadurch um rd. 30%. Die Stahlrohre sind oben durch einen „Deckel“ verschlossen auf dem neu konstruierte Poller sitzen. Sie sind nicht mehr rund sondern eckig. Das erleichtert den Besatzungen sie bei Bedarf schiffsseitig mit einer Trosse zu belegen.

An allen Dalben wurde wasserseitig eine „Gummischürze“ angebracht, aus ganz wichtigen Sicherheitsgründen. Stahl auf Stahl  kann zu Funkenbildung führen. Gummi verhindert Funkenflug. Noch Fragen???

Die Balmoral in der Weiche Schülp. Foto: Ernst Maasch

Die Balmoral in der Weiche Schülp. Foto: Ernst Maasch

Auf dem ersten Bild ist die Anordnung der neuen Dalben in der Weiche Schülp sehr schön zu erkennen, auch der Poller aus der Nähe auf dem zweiten Bild. Es entstand just in dem Augenblick, als der Kreuzfahrer „Balmoral“ die Weiche Schülp am 27. Juli 2010 ostwärts laufend passierte. Sie wurde Anfang 2008 bei Blohm+Voss Repair in Hamburg im Trockendock  „Elbe 17“  mittschiffs um rd. 30 m verlängert durch Einbau eines neuen Mittelteils. Auf dem zweiten Bild ist es wunderschön zu erkennen. Es ist der Teil ohne Rettungsboote mit zusätzlichen Balkonen in den oberen Decks. Innerhalb von garantierten 60 Tagen musste der Umbau erfolgt sein.

Ernst Maasch