Schon gewusst?

Was ist die Freibordmarke?




Jedes Schiff hat auf der Back- und Steuerbordseite die so genannten Lademarken. Sie bestehen aus einem Kreis mit einem Strich durch die Mitte und sechs weiteren Marken. Der Strich durch den Kreis ist die Freibordmarke. Sie zeigt an wie weit das Schiff seiner Konstruktion nach überhaupt beladen werden darf. Für eine gut sichtbare Lademarke hatte sich der Engländer Plimsoll eingesetzt; noch heute spricht man in internationalen Seemannskreisen von der ,,Plimsoll-Line“. Ihre Höhe hängt von verschiedenen Umständen ab: von Größe und Bauart des Schiffes, von seinem Zweck.

Passagierschiffe erhalten ein höheres Freibord, Tanker ein geringeres. Öl hat einen größeren Auftrieb, es schwimmt immer oben. Hinzukommt noch der Fahrtbereich des Schiffes, das Gewässer und die Jahreszeit. Das alles ist in wenigen Buchstaben und Querstrichen neben dem Kreis ausgedrückt: FT bedeutet Frischwasser-Tropen, F nur Frischwasser und T allein Tropen, S steht für Sommer und W für Winter. WNA heißt schließlich Winter-Nordatlantik.

Warum wird zwischen den einzelnen Gewässern unterschieden? Man könnte fragen: Ist Wasser denn nicht gleich Wasser? Nein, eben nicht: Denn bei vier Grad Celsius hat Wasser die größte Dichte, dann wiegt ein Liter am meisten. Für die Schiffe bedeutet das, dass sie dann mehr Ladung transportieren können, denn das verdrängte Wasser ist schwerer.

Auch Salzwasser ist schwerer und kann eine größere Last pro Liter tragen. Pro Liter Wasser sind das zwar nur ein paar Gramm, aber auf die Größe der Schiffe umgerechnet, bringt das schon sehr viel. Ein Kubikmeter sind 1000 Liter Wasser, umgerechnet also eine Tonne. Ein Schiff von 1000 Tonnen Kapazität, hat also eine Tragfähigkeit, die 1 Millionen Liter Wasser entspricht. Schiffe von 100 000 Tonnen sind keine Seltenheit.

Jeder Kapitän will sein Schiff bis zum Äußersten beladen. Daher muss er genau wissen, ob er durch Salz- oder Süßwasser, in warme oder kalte Gegenden fährt. Die Lademarken sind übrigens auf beiden Seiten des Schiffes angebracht und schon in den Rumpf eingefräst, damit die Marke auch nicht übermalt oder verschoben werden kann. So erkennt man auch gleich, ob das Schiff eventuell Schlagseite hat. Wird die Lademarke von den Kapitänen nicht beachtet, können die Behörden Bußgelder und Gefängnisstrafen verhängen oder ein Auslaufverbot erteilen.