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Es gibt auf dem Nord-Ostsee-Kanal 260 Lotsen, die jährlich etwa 30 000 Passagen begleiten. Wir haben einen von ihnen begleitet und gleich feststellen müssen, dass nichts nach festem Zeitplan geht.
Lesen Sie die Reportage hier.
Vom Bett auf die Brücke
Was ist eigentlich... Fragen rund um die Schifffahrt
An dieser Stelle haben wir für Sie einige häufig gestellte Fragen an die Schiffsbegrüßer der Schiffsbegrüßungsanlage in Rendsburg zusammengestellt.
Haben Sie auch eine Frage? Dann mailen Sie uns: redaktion@brueckenbote.de
Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.
Entfernungen werden bei uns normalerweise in Kilometer berechnet. In den USA und Großbritannien auch in Meilen.
In der Seefahrt aber berechnet sich die Entfernung in Seemeile oder manchmal auch in Nautische Meile. Eine Seemeile entspricht hier 1852 Meter. Das ist übrigens auch in der internationalen Norm ISO 31-1 aus dem Jahr 1992 festgelegt und findet sich auch in der deutschen DIN 1301, Teil 2, von 1978 wieder.
Wie errechnet sich eine Seemeile?
Man legt ein Maßband mit einer Einteilung von 360 Grad einmal am Äquator um die Erde und umspannt dann die Erde mit einem Netz aus Längengraden, so erhält man 360 Längengrade. Diese einzelnen Längengrade werden zusätzlich noch in 60 sogenannte Bogenminuten unterteilt. Eine Bogenminute am Äquator entspricht genau einer Seemeile.
Mathematisch errechnet sich die Seemeile so: Der Erdumfang am Äquator entspricht 40 000 Kilometer, die in 360 Längengrade eingeteilt werden. Diese wiederum in jeweils 60 Bogenminuten. Eine Bogenminute ist also der 21 600. Teil (360 x 60) des mittleren Erdumfang, also - gerundet - 1852 Meter (40 000 : 21 600 = 1852 Meter).
Damit wir Landratten aber auch nachvollziehen können, wie weit jetzt ein Schiff gereist ist, gibt es eine relativ einfache Formel: Die Seemeilen werden verdoppelt und anschließend 10% abgezogen. So erhält man die Entfernung in Kilometer.
Quelle: ARD - Wissen vor acht
Was ist eine Seemeile?
Jedes Schiff hat auf der Back- und Steuerbordseite die so genannten Lademarken. Sie bestehen aus einem Kreis mit einem Strich durch die Mitte und sechs weiteren Marken. Der Strich durch den Kreis ist die Freibordmarke. Sie zeigt an wie weit das Schiff seiner Konstruktion nach überhaupt beladen werden darf. Für eine gut sichtbare Lademarke hatte sich der Engländer Plimsoll eingesetzt; noch heute spricht man in internationalen Seemannskreisen von der ,,Plimsoll-Line". Ihre Höhe hängt von verschiedenen Umständen ab: von Größe und Bauart des Schiffes, von seinem Zweck.
Passagierschiffe erhalten ein höheres Freibord, Tanker ein geringeres. Öl hat einen größeren Auftrieb, es schwimmt immer oben. Hinzu kommt noch der Fahrtbereich des Schiffes, das Gewässer und die Jahreszeit. Das alles ist in wenigen Buchstaben und Querstrichen neben dem Kreis ausgedrückt: FT bedeutet Frischwasser-Tropen, F nur Frischwasser und T allein Tropen, S steht für Sommer und W für Winter. WNA heißt schließlich Winter-Nordatlantik.
Warum wird zwischen den einzelnen Gewässern unterschieden? Ist Wasser denn nicht gleich Wasser? Nicht ganz: Denn bei vier Grad Celsius hat Wasser die größte Dichte, dann wiegt ein Liter am meisten. Für die Schiffe bedeutet das, dass sie dann mehr Ladung transportieren können, denn das verdrängte Wasser ist schwerer.
Auch Salzwasser ist schwerer und kann eine größere Last pro Liter tragen. Pro Liter Wasser sind das zwar nur ein paar Gramm, aber auf die Größe der Schiffe umgerechnet, bringt das schon sehr viel. Ein Kubikmeter sind 1000 Liter Wasser, umgerechnet also eine Tonne. Ein Schiff von 1000 Tonnen Kapazität, hat also eine Tragfähigkeit, die 1 Millionen Liter Wasser entspricht. Schiffe von 100 000 Tonnen sind keine Seltenheit.
Jeder Kapitän will sein Schiff bis zum Äußersten beladen. Daher muss er genau wissen, ob er durch Salz- oder Süßwasser, in warme oder kalte Gegenden fährt. Die Lademarken sind übrigens auf beiden Seiten des Schiffes angebracht und schon in den Rumpf eingefräst, damit die Marke auch nicht übermalt oder verschoben werden kann. So erkennt man auch gleich, ob das Schiff eventuell Schlagseite hat. Wird die Lademarke von den Kapitänen nicht beachtet, können die Behörden Bußgelder und Gefängnisstrafen verhängen oder ein Auslaufverbot erteilen.
Wasser ist nicht gleich Wasser - Was ist die Freibordmarke?
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